Besucht: November 2000
Parque Eduardo VII

Etwas
abseits des Zentrums, und doch vom Zentrum aus recht deutlich zu sehen, liegt
der Parque Eduardo VII. Ursprünglich hatte er wohl einen anderen Namen, der
anschließend Prachtstrasse entsprechend "Parque da Liberdade", wurde
dann aber aus Anlass des Besuchs eines englischen Königs so um 1903 umbenannt.
Auch aus der Ferne ist die eigentümliche Anlage zu erkennen,
die sich in der Mitte des Parkes Richtung Zentrum schlängelt.
"Gekrönt" von einer Aussichtsterrasse mit recht modernen Skulpturen
ganz oben.
Hier
haben sich offensichtlich Geometrie-Fans versucht. Die Hecken im zentralen
Bereich des Parks streben nach einem einfachen Muster in schöner Symmetrie den
Hang hinunter. Nur eine Wiesenfläche lockert die Hecken auf. Blumen konnten wir
hier nicht finden. Vielleicht lag das aber auch nur an der Jahreszeit, obwohl
gleich ums Eck, in der Estufa Fria sehr wohl Blumen zu finden waren. Leider sind
diese Bereiche abgesperrt. Es wäre sicher lustig, hier zwischen den Hecken
herumzulaufen.
Links und Rechts erstreckt sich hingegen ein weitgehend normaler Park, mit
Bäumen, Wegen, Blumen und Bänken zum Rasten und Lustwandeln.
Etwas versteckt liegt auf einer Seite aber auch eine ganz andere
Kostbarkeit. Hier ist schon die Außenansicht beeindruckend, die man beim
Umwandern erhält. Eine gar nicht so kleine Mulde gleich anschließend an das
geometrische Zentrum des Parks, eben westlich davon liegt die Estufa Fria und
die darin eingeschlossene Estufa Quente.
Das
Dach der Estufa Fria hat eine imposante Größe. Dass daraus Palmen und andere
Pflanzen herauswachsen verleiht diesem Dach eine ganz besondere Note. Auf der
Wanderung durch die Estufa Fria kann man dann dieses Dach auch aus nächster
Nähe begutachten. Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Dach. Auch
nicht um ein Glasdach, so wie dann bei der Estufa Quente. Sondern quasi um einen
etwas dichteren "falsch angebrachten" Lattenzaun.
Allerdings
schützt dieses Dach, so wie wir später feststellen mussten, nicht vor Regen
und wohl auch nicht vor Kälte. Daraus und aus der Vielzahl an Pflanzen (auch
blühenden) und Palmen, lässt sich schon auf ein angenehmes Klima in Lissabon
zurückschließen.
Die Estufa Quente hingegen ist mit einem Glasdach bzw. einer
Rundumverglasung gegen die Witterung geschützt. Sehr viel Unterschied konnte
ich aber in der Bepflanzung dann doch nicht entdecken. Ich bin aber auch kein
Botaniker. Sehr schon ist hier auch ein eigener Bereich mit vielen verschiedenen
Kakteenarten. Wobei dort die Wege zum Teil schon sehr gefährlich nahe an bzw.
unter den Kakteen durchführten.
Jedenfalls in ihrer Gesamtheit ein interessanter, an manchen
Stellen durch geschickte Wegeführung sogar fast abenteuerlicher, Ort.
Allerdings mit sehr viel Grün.
Für unsere Kinder fand sich dann unterhalb der Estafa Fria auch
noch ein interessanter Abschluss und zwar der Kinderspielplatzes. Hier findet
sich ein Kletterturm in Form eines Piratenschiffes, der nicht nur zum Klettern
geeignet ist, sondern auch zur Verwandlung in einen Piraten einlädt. Auch für
die begleitenden Erwachsenen besteht die Gefahr, in die Kindheit zurückversetzt
zu werden.
